Reden wir über das Hören
Heute lebt weltweit einer von fünf Menschen mit einer Einschränkung des Hörens. Im Jahr 2050 wird es jeder Vierte sein.
Heute lebt weltweit einer von fünf Menschen mit einer Einschränkung des Hörens. Im Jahr 2050 wird es jeder Vierte sein.

In Europa leben derzeit rund 196 Millionen Menschen mit einer Einschränkung des Hörens – bis 2050 wird ihre Zahl auf etwa 236 Millionen steigen.¹ Auch in Österreich ist das Thema relevant: Aktuell sind etwa 1,8 Millionen Menschen betroffen, bis 2050 werden es voraussichtlich rund 2,5 Millionen sein.²
– Immanuel Kant
Der Mensch im Fokus Hörverlust beeinträchtigt unsere gesellschaftliche Teilhabe und kann zu sozialer Isolation und psychischen Gesundheitsproblemen führen.
34 Prozent der Menschen mit Hörverlust verbinden Schwerhörigkeit direkt mit Depressionen.⁹
Personalisierte Hörlösungen verbessern nicht nur das Hören, sondern auch die Lebensqualität. Eine Studie zeigt, dass 88 Prozent der Menschen, die eine Verbesserung der Hörleistung erfahren haben, von einer „signifikanten Verbesserung ihres Lebens“ berichten.¹⁰
Besser hören. Besser leben.
1. Gefühl von Sicherheit 2. Fähigkeit, in verschiedenen Situationen effizient zu kommunizieren 3. Selbstvertrauen
Die volkswirtschaftliche Perspektive Unbehandelter Hörverlust verursacht laut WHO weltweit jährlich Kosten von über 980 Milliarden US-Dollar.¹ In Europa belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund 225 Milliarden US-Dollar⁵, in Österreich auf etwa 3,8 Milliarden US-Dollar bzw. 3,5 Milliarden Euro.⁶ Zum Vergleich: Tinnitus verursacht höhere volkswirtschaftliche Kosten als viele andere große chronische Erkrankungen – etwa mehr als chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.⁷ Zudem glauben 55 % der berufstätigen Hörgeräteträger*innen, dass sie durch ihre Versorgung länger berufstätig bleiben können als ohne Hörgerät.⁸

28 % der hörgeminderten Personen mit ärztlicher Empfehlung sind noch nicht mit Hörsystemen versorgt.
Gleichzeitig werden nur 4 % der verordneten Hörgeräte nicht getragen. Zum Vergleich: Bei verordneten Medikamenten für chronische Erkrankungen liegt der Anteil der Nichtanwendung bei 20 – 50 %.⁸

Bis 2050 wird jede dritte Person in Europa über 65 Jahre alt sein – der Anteil der älteren Bevölkerung steigt auf 30 %. Der Erhalt der Hörkraft ist ein entscheidender Hebel, um die gesunde Lebenserwartung (Longevity) zu verlängern und Begleiterkrankungen wie Demenz und Debpressionen vorzubeugen.¹¹ Es existiert bei Menschen mit Hörverlust ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Akzeptanz von Hörlösungen und den Unterstützungsleistungen des staatlichen Gesundheitssystems.¹² Die WHO geht für jeden in Gehörschutz- und Gehörakustik investierten Euro von einem volkswirtschaftlichen „Return On Investment“ in der Höhe von 31 Euro binnen 10 Jahren aus.¹
Und schließlich hält sich ein hartnäckiges Vorurteil: Wer ein Hörgerät trägt, wird stigmatisiert.
Doch die Realität sieht anders aus, das zeigen aktuelle Studien. 72 % der Hörgeräteträger*innen geben an, ”NIE” das Gefühl zu haben, wegen ihres Hörgeräts belächelt oder abgelehnt zu werden. Bei unversorgten Personen mit Hörminderung liegt dieser Wert deutlich niedriger: Nur 36 % sagen, dass sie sich nie abgelehnt fühlen. Die Zahlen machen deutlich: Menschen mit Hörminderung erfahren weniger Ablehnung, wenn sie ein Hörgerät tragen.⁸


Public Affairs | [email protected]